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	<title>Trittbretttreter &#187; Ballerspiele</title>
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		<title>Sind Sie sicher?</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Jan 2011 03:52:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Trittbretttreter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ballerspiele]]></category>
		<category><![CDATA[Foobar]]></category>
		<category><![CDATA[Software]]></category>

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		<description><![CDATA[Hat eigentlich mal jemand ausgerechnet, wie viel Schaden allein der deutschen Volkswirtschaft jährlich entsteht, weil einen irgendwelche Software fragt, ob man wirklich tun will, was man eben jene Software gerade durch einen Klick oder einen Tastendruck angewiesen hat, zu tun? Ich meine, okay, machen wir einen Unterschied zwischen destruktiven Aktionen und folgenlosen Aktionen. &#8220;Wollen Sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hat eigentlich mal jemand ausgerechnet, wie viel Schaden allein der deutschen Volkswirtschaft jährlich entsteht, weil einen irgendwelche Software fragt, ob man wirklich tun will, was man eben jene Software gerade durch einen Klick oder einen Tastendruck angewiesen hat, zu tun?</p>
<p>Ich meine, okay, machen wir einen Unterschied zwischen destruktiven Aktionen und folgenlosen Aktionen. &#8220;Wollen Sie die Datei löschen&#8221; ist ja in der Regel eine legitime Frage. Denn wenn eine Datei gelöscht ist, ist sie weg, und das will ich als Anwender ja vielleicht dann doch nicht. Andererseits&#8230; gelöscht ist ja auch nicht gleich gelöscht. Bei so ziemlich jedem modernen Betriebssystem heißt &#8220;Datei löschen&#8221; ja eigentlich eher sowas wie &#8220;Datei in den Papierkorb legen&#8221; oder &#8220;Datei zum späteren löschen vormerken&#8221;. Der eigentliche Löschvorgang, nach dem man die Datei wirklich nicht wieder herstellen kann (oder nur mit Hilfe von Zusatzhard- oder Software) passiert ja erst wesentlich später.</p>
<p>Warum fragt mich also mein Computer, ob ich eine Datei wirklich in den Papierkorb legen will? Wenn es ein Versehen ist, kann ich sie schließlich noch eine ganze Zeit lang wieder aus dem Müll herausfischen und damit vor der Vernichtung retten. Die Frage, ob ich das wirklich will, ist doch eigentlich Zeitverschwendung. Wenn ich im echten Leben versehentlich was in den Müll werfe und der dann ein paar Tage später abgeholt wird, dann ist das Ding wirklich weg. Warum soll das auf dem Computer nicht so sein? Dass ein Personalausweis oder ein Arbeitszeugnis oder ein Erbstück irgendwo zwischen den Pizzakartons landet, kann schließlich durchaus mal vorkommen. Ist es da so nachfragewürdig, ob müll.jpg und dreck.rtf und goldstück.png wirklich in den Papierkorb gelegt werden sollen?</p>
<p>Aber hey, okay, die Designer von Betriebssystemoberflächen müssen einkalkulieren, dass einige Leute ihnen das echt krumm nehmen, wenn sie ihre Dateien löschen und nicht gefragt werden, ob sie das auch wirklich wollen.</p>
<p>Aber wo der Spaß ja echt aufhört, das sind ja wohl die nicht-destruktiven Aktionen. Ich kenne gefühlt zwei Computerspiele, wenn ich die beende, dann beenden die sich. Der Rest, und das sind erheblich mehr als gefühlte zwei, fragt mich, ob ich das Spiel wirklich beenden will. Hallo? Wie oft klickt ihr versehentlich auf &#8220;Programm beenden&#8221; und denkt euch &#8220;Oh Mist, ich wollte doch noch weiterspielen, was mache ich jetzt nur?! Naja, gut, okay, ich könnte einfach neu starten&#8230;&#8221;.</p>
<p>Aber ernsthaft. Wenn ich mal gaaaanz grob überschlage, wie viel Lebenszeit es mich bisher gekostet hat, ein versehentlich beendetes Spiel neu zu starten und wenn ich das dann vergleiche mit der Lebenszeit, die es mich gekostet hat, das wunschgemäße Beenden eines Spiels zu bestätigen, dann ist das etwa eine zwei zu 98 Abrechnung zu Lasten der &#8220;Sind Sie sicher?&#8221; Abfragen. Realistisch gesehen wahrscheinlich sogar eher 0,1 zu 99,9.</p>
<p>Wobei ja noch dazu kommt, dass neuere Spiele auf halbwegs aktuellen Rechnern durchaus schnell starten. Habt ihr damals Gothic gespielt? Hölle, bis ein Spielstand geladen war hatte man die Kanne Kaffee nicht nur gekocht, sondern auch halb ausgetrunken. Die Frage, ob man wirklich das Spiel beenden wollte, war absolut gerechtfertigt. Aber wenn das Neuladen eine Sache von 30 Sekunden ist und ich beim Beenden jedes mal noch kurz &#8220;Ja&#8221; anklicken muss, dann summiert sich der Aufwand ziemlich schnell.</p>
<p>Zumal viele Spiele (bzw. Anwendungen im Allgemeinen) nicht auf die Enter- oder Escape- oder Space-Taste reagieren, ich also tatsächlich mit dem Mauszeiger eine Schaltfläche anvisieren und dann anklicken muss.</p>
<p>Und dann diese Hinweise &#8220;Nicht gespeicherter Inhalt geht [beim Beenden] verloren&#8221;. Ja klar. Ich erwarte in der Tat nicht, dass ein Spiel den Inhalt für mich speichert. Aber wenn ich doch &#8211; eben weil ich das nicht erwarte -, wenn ich doch ein Quicksave einwerfe und dann das Spiel beende, wenn also nicht mal fünf Sekunden vergehen zwischen dem Speichern und dem Befehl zum beenden, was könnte denn da bitte passiert sein, das ich nicht liebend gerne beim nächsten Laden des Spiels wiederhole?</p>
<p>Können die Anwendungsentwickler nicht wenigstens ein <em>bisschen</em> so tun, als hätten sie Grips? Ich meine, wenn ich eineinhalb Stunden lang nicht gespeichert habe und dann die Anwendung beende, <em>dann</em> ist es durchaus gut möglich, dass ich mich tierisch in den Arsch beiße, wenn ich beim nächsten Laden merke, was ich alles nochmal machen muss. Aber fünf Sekunden oder auch zwei Minuten, das ist doch nun wirklich kein Problem.</p>
<p>Wenn also die Spieleentwickler dem Spieler wenigstens die Wahl ließen, solche Abfragen auszuschalten, das wäre ja schon ein Riesengewinn. Und wenn ich überlege, welche Budgets bei der Entwicklung moderner Spiele verbraten werden und wie viel Arbeit allein in die Figuren, die Gesichter, die Landschaft, die KI, die Grafik im Allgemeinen, die Physik und in zig andere Details fließt &#8211; <em>dann</em> denke ich mir, dass man vielleicht nochmal ein paar Stunden mehr in das eigentliche Interface und dessen Funktionalität investieren könnte.</p>
<p>Zumal es bei den heute üblichen Festplattengrößen nun wirklich nicht ins Gewicht fällt, wenn ein Spiel beim Beenden automatisch ein Savegame anlegt. Solange dieses Autosave keinen manuell angelegten Speicherstand überschreibt, habe ich damit nicht das geringste Problem &#8211; und schon hätten wir zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, denn selbst wenn ich das Spiel versehentlich beende, hätte ich die Option, den letzten Spielstand wiederherzustellen.</p>
<p>Zum Ende ein echtes Highlight zum Thema Festplattenanforderungen. Ich habe mir kürzlich <a href="http://store.steampowered.com/app/42670/">Singularity bei Steam</a> gekauft. Bei den System-Anforderungen findet sich diese Perle:</p>
<blockquote><p><strong>Hard Drive:</strong> 8GB of uncompressed hard disk space (plus 400 MB for the Windows® swap file and 12 KB free for saved games)</p></blockquote>
<p>8 Gigabyte, okay, da muss man evtl. mal schauen, ob man das frei hat. Die Swap-Datei belegt eh Platz, und 400 MB finde ich da schon recht wenig. Braucht man eigentlich nicht erwähnen, weil Windows den Swap-Space ja nicht extra wegen Singularity anlegt oder nutzt. Aber <strong>wer zur Hölle</strong> interessiert sich für die 12 KB für die Savegames? Teufel noch eins, man könnte etwa 122 Savegames auf eine 3,5&#8243; MFD 2 HD Floppy Disc speichern, und die Dinger werden heute quasi nicht mehr hergestellt&#8230;</p>
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		<title>Jugendschutz My Ass</title>
		<link>http://www.trittbretttreter.de/2009/08/22/jugendschutz-my-ass/</link>
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		<pubDate>Sat, 22 Aug 2009 20:02:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Trittbretttreter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ballerspiele]]></category>
		<category><![CDATA[My Ass]]></category>
		<category><![CDATA[Zensur]]></category>

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		<description><![CDATA[Wo leben wir hier eigentlich? Die Frage muss man sich seit den Anschlägen vom 11. September immer wieder stellen. Dass Schilys Sicherheitspolitik von Schäuble noch übertroffen würde &#8211; ich hätte das damals nicht für möglich gehalten. Aber abseits der täglichen Bürgerrechtseinschnitte irgendwelcher Wasserköpfe mit Wohnsitz in Berlin gibt es ein Thema, das mich seit langem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wo leben wir hier eigentlich? Die Frage muss man sich seit den Anschlägen vom 11. September immer wieder stellen. Dass Schilys Sicherheitspolitik von Schäuble noch übertroffen würde &#8211; ich hätte das damals nicht für möglich gehalten. Aber abseits der täglichen Bürgerrechtseinschnitte irgendwelcher Wasserköpfe mit Wohnsitz in Berlin gibt es ein Thema, das mich seit langem ernsthaft ärgert: Der deutsche Jugendschutzwahn.</p>
<p>Die Grundidee kann ich ja zunächst nachvollziehen. Nicht alles ist für jeden geeignet. Kinder und Jugendliche sind besonders schutzbedürftig, denn sie müssen erst einmal lernen, in der Welt klarzukommen, sie müssen die ganzen komplexen Regeln lernen, die unseren Umgang miteinander betreffen. Das bedeutet auch, dass man bestimmte Inhalte von ihnen fernhalten sollte, die in erster Linie für Erwachsene gemacht sind: Pornographie und Gewaltdarstellungen stehen da ganz oben auf der Liste, und das ist auch gut so.</p>
<p>Der deutsche Staat hat aber meiner Meinung nach irgendwann den falschen Weg eingeschlagen. Er will nicht regeln, was für Kinder mehr oder weniger geeignet ist. Er will verbindliche Gesetze erlassen, gegen die niemand verstoßen darf. Der Staat regelt, was Kinder und Jugendliche dürfen und was nicht. Aber er macht nicht bei Alkohol oder Zigaretten halt, die zweifelsfrei nicht für Kinder sind (und trotzdem zum Erwachsenwerden dazugehören).</p>
<p>Da ist von &#8220;jugendgefährdenden&#8221; Schriften und Medien und &#8220;Entwicklungsbeeinträchtigung&#8221; die Rede, als würde der bloße Kontakt mit Schmuddelbildern, Kriegsfilmen und Ballerspielen die körperliche Unversehrtheit des Nachwuchses bedrohen, als könnten sich die Kinder niemals zu &#8220;normalen&#8221; Erwachsenen entwickeln, wenn sie im falschen Alter mit filmischem Horror konfrontiert werden.</p>
<p>Lieber Staat: Es ist nicht deine Aufgabe, das vorzuschreiben. Das ist die Aufgabe der Eltern.</p>
<p>Nun sind Eltern nicht automatisch Medienexperten, können schlecht alle Bücher im Voraus lesen und jedes Computerspiel vorab testen, damit die Kinder nicht ungeprüft irgendwelche ungeeigneten Inhalte in die Finger kriegen. Ein <em>Empfehlungs</em>system würde ich also jederzeit unterstützen &#8211; warum sollte man den Eltern nicht eine unverbindliche Empfehlung an die Hand geben, welche Inhalte für welches Alter als geeignet angesehen werden?</p>
<p>Aber ein Verbotssystem, das ist meine Sache nicht. Es kann und darf nicht Aufgabe des Staates sein, jedes Kinderzimmer zu reglementieren. Doch damit nicht genug. Dem deutschen Jugendschutzwahn fallen Freiheiten für die erwachsenen, für die volljährigen und laut Gesetz mündigen Bürger zum Opfer. Jedes Computerspiel, dass nicht von der <acronym title="Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle"><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Unterhaltungssoftware_Selbstkontrolle">USK</a></acronym> geprüft wurde, darf nur an Volljährige verkauft werden. Im Kaufhaus ist das einfach zu prüfen: Man zeigt den Ausweis, und alles ist gut. Bei einer Versandbestellung im Internet wird die Sache schon schwieriger &#8211; wie prüft der Anbieter, ob die Bestellung tatsächlich von einem Volljährigen vorgenommen wird?</p>
<p>Hier kommen Alters-Verifikations-Systeme ins Spiel. In der einfachsten Variante faxt man eine Kopie des Personalausweises an den Anbieter, dann kann man die ganzen schönen ab-18-Artikel bestellen. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Postident">Postident</a> wäre eine Alternative &#8211; man lässt sich in einer Postfiliale die Volljährigkeit bescheinigen, und die Post bescheinigt dann dem Anbieter, dass der Kunde tatsächlich volljährig ist. Welchen Aufwand dieses Verfahren für Kunden und Anbieter bedeutet, kann man sich ausmalen. Die ab-18-Bestellung wird dann aber nicht einfach so auf den Weg gebracht, sondern als Sendung mit eigenhändiger Auslieferung. Das heißt, ich muss gegenüber dem Postboten nicht nur nachweisen, dass ich volljährig bin, sondern ich muss ihm auch noch beweisen, dass ich ich bin. Hallo?</p>
<p>Wie wäre es denn mit einer ganz einfachen <acronym title="Alters-Verifikations-System">AVS</acronym>-Variante: Der Liquidität. Nicht umsonst gelten erst Erwachsene als voll geschäftsfähig. Girokonten und Kreditkarten für Kinder gibt es meines Wissens nicht. Aber das ist für unsere Politiker nicht genug &#8211; Sohnemann könnte ja Papas Kreditkarte benutzen, um sich GTA und Co nach Hause liefern zu lassen. Dass Papa dann vielleicht irgendwann fragt, warum irgendwelche Händler da einfach Geld abbuchen, kommt offenbar niemandem in den Sinn.</p>
<p>Die USK ist ohnehin schon eine deutsche Sonderregelung, eine eigene Organisation, die nur dazu da ist, Computerspielen eine Alterseinschätzung mitzugeben, die dann für jeden Bürger und Händler verbindlich ist. Natürlich prüft die USK nur deutsche Lokalisierungen. Das gleiche Programm in englischer Sprache ist quasi automatisch ab 18, weil nicht USK-geprüft.</p>
<p>Was Meinugs- und Kunstfreiheit gerade im Zusammenhang mit gewalthaltigen Medien angeht, sind die USA erfreulicherweise traditionell erheblich weniger faschistoid als die Bundesrepublik. Das <a href="http://www.esrb.org/about/index.jsp">Enternainment Software Rating Board</a> (ESRB) beschreibt seinen Aufgabe so:</p>
<blockquote><p><strong>Mission</strong></p>
<p>To empower consumers, especially parents, with the ability to make informed decisions about the computer and video games they choose for their families [...]</p></blockquote>
<p>Frei übersetzt:</p>
<blockquote><p><strong>Mission</strong></p>
<p>Konsumenten, insbesondere Eltern, die Möglichkeit an die Hand zu geben, wohl informierte Entscheidungen über Computer- und Videospiele zu treffen, die sie für ihre Familien auswählen [...]</p></blockquote>
<p>Könnte es sein, dass da jemand an den mündigen Bürger denkt, der seine eigenen, freien und wohl informierten Entscheidungen für sich und seine Familie trifft? Dieser Anflug eines sinnvollen Gedankens ist erstaunlicherweise sogar in Europa anzutreffen, denn hier gibt es die <a href="http://www.pegi.info/">Pan European Game Information</a> (PEGI).</p>
<blockquote><p>The Pan-European Game Information (PEGI) age rating system was established to help European parents make informed decisions on buying computer games.</p></blockquote>
<p>Frei übersetzt:</p>
<blockquote><p>Das Pan-European Game Information (PEGI) System zur Alterseinstufung wurde entwickelt, damit europäische Eltern informierte Entscheidungen über den Kauf von Computerspielen treffen können.</p></blockquote>
<p>Hossa! Noch so ein Text über Verantwortung und Information. Wenn ich mich nicht verzählt habe, hat PEGI im Moment 30 Mitgliedsstaaten. Deutschland ist natürlich nicht dabei, wir haben ja die USK. Und trotzdem reißt der Strom unreflektierter Verbotsforderungen von gewaltverherrlichenden Computerspielen nicht ab.</p>
<p>Lassen wir uns das kurz auf der Zunge zergehen: Es gibt in Deutschland Politiker, die fordern nicht einfach eine höhere Alterseinstufung für bestimmte Computerspiele, sondern sie fordern Herstellungs- und Abgabeverbote. Will sagen, Spieleschmieden wie <a href="http://www.crytek.com/">Crytek</a>, die sich international einen Namen gemacht haben und tatsächlich profitabel arbeiten, wären in Deutschland verboten, die Mitarbeiter mit Geld- und Gefängsnisstrafen bedroht. Wegen der Herstellung von Spielen, die in Deutschland im Moment keine Jugendfreigabe haben und vom ESRB mit einem &#8220;M&#8221; Rating (geeignet ab 17 Jahren) versehen sind. <strong>Hallo?</strong></p>
<p>Es gibt in Deutschland noch immer Meinungsfreiheit. <span style="text-decoration: line-through;">Leider</span> Zum Glück sogar für Politiker. Daher kann ich nur in den schärfsten mit den Gesetz vereinbaren Worten sagen, was ich von diesen Ansichten halte. Es sind Leute unterwegs, die wollen nicht einfach ein paar allgemeine Regeln aufstellen, sondern sie wollen vor dem Hintergrund menschenverachtender Gewaltdarstellungen ein ganzes Genre ausrotten. Ein gewisser George Walker Bush führt vor unseren Augen einen Krieg, von dem jeder wusste, dass die Gründe erstunken und erlogen waren. In Afrika wurden und werden Menschen gemetzelt, weil sie im falschen Land leben. Und hier gibt es Leute, die wollen <em>Spiele</em> wegen ihrer grausamen Darstellungen verbieten? Ich glaube, ich spinne. Ich glaube, ich lebe nicht einfach im falschen Land, sondern auf dem falschen verdammten Planeten.</p>
<p>Wenn man glaubt, blöder geht&#8217;s nicht mehr, dann kommt immer noch irgendein CSU-Spinner hervorgekrochen. Einer, der seit Jahren schon gegen Ballerspiele und eigentlich generell gegen Computerspiele wettert. Der lässt sich dann mal vorführen, was moderne Grafikkarten für eine blutige Pracht auf den Bildschirm zaubern können und kommentiert dann, er wäre regelrecht erschüttert. Kann man besser demonstrieren, dass man vorher nicht die geringste Ahnung hatte, wovon man eigentlich redet?<br />
Und gerade wenn man sich denkt &#8220;Ein Glück, dass der nix mehr zu sagen hat&#8230;&#8221;, steht schon <a href="http://www.heise.de/newsticker/Bayerns-Innenminister-bei-Killerspielen-kontra-JU-und-katholische-Jugend--/meldung/138396">der Nachfolger</a> bereit.</p>
<p>Geht es nur mir so, dass ich hier eine Gedankenpolizei sehe, die demnächst eingeführt wird?</p>
<h2>Die Amokläufe</h2>
<p>Aber die Verbotsfraktion glaubt natürlich ein ganz gewichtiges Argument auf ihrer Seite zu haben: Es geht ja nicht nur um allgemein menschenverachtende Inhalte. Nein, die Kinder und Jugendlichen werden ja förmlich zu brutalen Gewalttaten angestachelt, simulieren am Rechner schonmal die Tat.<br />
Für jede wissenschaftliche Studie, die etwa von hannoveraner Ober-Pfeiffen angefertigt wird, gibt es vermutlich mindestens eine Meta-Studie, die Befangenheit, Voreingenommenheit und einen schwerwiegenden Mangel wissenschaftlicher Methoden konstatiert. Und trotzdem wissen sie es alle ganz genau: Die medienwirksamen Mordtaten von Erfurt, Emsdetten, Winnenden und Co sind alle nur wegen der schlimmen Computerspiele passiert.</p>
<p>Ich sag euch mal was: ZDF bis RTL tragen an den Taten mehr Schuld als Counter-Strike, GTA und Doom zusammen. Tagelange Berichterstattung, exzessive Betroffeneninterviews, Belagerung des Täter-Elternhauses, ARD Brennpunkt, ZDF Spezial und RTL Schlagmichtot, <strong>das</strong> fördert Nachahmungen bei durchgeknallten Jugendlichen, die möglichst effektvoll aus dem Leben treten wollen. Mit Computerspielen hat das ungefähr so viel zu tun wie Weißbrot.</p>
<p>Wer hat sich schon den <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/24032/1.html">Abschiedsbrief des Täters von Emsdetten</a> durchgelesen, der in einer Rekordzeit aus dem Netz genommen wurde, dass Kinderporno-Sperrbefürworter sich gleich mehrere Scheiben davon abschneiden könnten? Da steht nichts von &#8220;Lock and Load&#8221;, kein &#8220;Ihr werdet alle durch Headshots mit der USP sterben!&#8221;. Da steht was von &#8220;Hass&#8221; und &#8220;Rache&#8221;, von ätzenden Lehrern und noch schlimmeren Mitschülern.</p>
<p>Liebe Politiker: Computerspiele machen nicht aggressiv. Aber auch aggressive Leute spielen Computerspiele. So und nicht anders herum.<br />
Aggressiv werde ich eher, wenn Stunden nach einer Gewalttat geäußert wird, man solle jetzt keine voreiligen Waffenverbote fordern. Hat eigentlich mal jemand geprüft, wie viele Vertreter der &#8220;Computerspiele gehören Verboten&#8221;-Fraktion gleichzeitig im Schützenverein sind?</p>
<p>Mit einer Maus kann ich halbwegs umgehen, je nach Shooter sehe ich sogar online nicht so alt aus, wie ich bin. Mit einer echten Waffe wüsste ich allerdings nicht umzugehen (richtig: Ich habe den Wehrdienst verweigert). Meine einzigen Computeraccessoires, die ich für ansatzweise waffentauglich halte, sind das Falcon 4 Handbuch (habe mal gelesen, es wäre umfangreicher als das Telefonbuch von Düsseldorf) und der Thrustmaster Joystick. Nicht gerade Amoklauf-tauglich, und das dürfte bei den meisten Spielern dieses Landes genauso aussehen.</p>
<h2>Öffentliche Ächtung</h2>
<p>Dieser ganze Verbots-Blödsinn ist ja schlimm genug, aber meistens &#8211; immerhin &#8211; eine Einzelmeinung. Regelrecht erschreckend wird es, wenn gleich ganze E-Sport-Veranstaltungen <span style="text-decoration: line-through;">verboten</span> abgesagt werden, die lange vorher angemeldet waren und die in den Vorjahren keine Probleme verursachten. Seit der Tat von Winnenden ist der ohnehin CSU-geschädigte süddeutsche Raum ganz übel dran, gleich mehrfach wurden Veranstaltungen in Stuttgart und Karlsruhe abgesagt. Immerhin richtige Turniere mit Regeln, Preisgeldern, Gewinnern und so.</p>
<p>Dass man gleichzeitig vielleicht mal das Boxen verbieten sollte, wo sich echte Menschen echte Knochen vertrimmen, die Idee habe ich in letzter Zeit allerdings ziemlich selten gehört. Die großen Leistungsschauen der Pharmaindustrie (Tour de France, Leichtathhletik-WM) können auf Dauer auch nicht gesundheitsfördernd sein, sind aber genauso erlaubt wie selbstmörderische Geschwindigkeiten in der Formel 1. Aber Daddeln, wo eine Sehnenscheidenentzündung und Rückenprobleme die schlimmsten zu erwartenden Verletzungen sind, das soll verboten und geächtet werden? Ich glaube, ich lebe hier im falschen verdammten Universum.</p>
<p>Unter dem Deckmantel des Jugendschutzes etablieren nicht wenige Politiker ein System, das keine objektiv beurteilbaren Gefahren bekämpft. Alte Säcke wollen bestimmen, was erlaubt und was verboten ist und orientieren sich an Moralvorstellungen, die man wahrscheinlich selbst in den 60ern als spiessig und erz-konservativ bezeichnet hätte (sollte dies hier wider Erwarten jemand lesen, der mich aus eigener Erfahrung des Gegenteils belehrt, korrigiere ich mich gerne).</p>
<p>Ich kann dazu nur sagen: Jugendschutz my ass. Welche Spiele ich auf meinem Rechner daddele, ist verdammt nochmal nicht die Sache unserer Politiker, und welche Spiele die Kinder in diesem Land spielen, ist verdammt nochmal die Sache ihrer Eltern.</p>
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		<title>D&amp;D: Das ehemalige Counter-Strike</title>
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		<pubDate>Wed, 12 Aug 2009 23:50:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Trittbretttreter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ballerspiele]]></category>

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		<description><![CDATA[Die große Boom von Dungeons and Dragons war ein wenig vor meiner Zeit. Daher habe ich auch nichts von den Kontroversen mitbekommen, die D&#38;D damals ausgelöst hat. Scheint so, als mussten die Fantasy-Rollenspiele als Sündenbock herhalten, bis mit gewaltverherrlichenden Computerspielen endlich ein würdiger Nachfolger gefunden wurde. Mehr dazu in einem klasse Spiegel-Artikel: Wie ein Fantasy-Spaß [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die große Boom von Dungeons and Dragons war ein wenig vor meiner Zeit. Daher habe ich auch nichts von den Kontroversen mitbekommen, die D&amp;D damals ausgelöst hat. Scheint so, als mussten die Fantasy-Rollenspiele als Sündenbock herhalten, bis mit gewaltverherrlichenden Computerspielen endlich ein würdiger Nachfolger gefunden wurde. Mehr dazu in einem klasse Spiegel-Artikel: <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/spielzeug/0,1518,640413,00.html">Wie ein Fantasy-Spaß zum &#8220;Killerspiel&#8221; gemacht wurde</a>.</p>
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