<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Trittbretttreter &#187; Piraterie</title>
	<atom:link href="http://www.trittbretttreter.de/category/piraterie/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.trittbretttreter.de</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Fri, 20 Jan 2012 17:48:36 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator>
		<item>
		<title>Ermittlungsverfahren gegen Sie</title>
		<link>http://www.trittbretttreter.de/2010/10/15/ermittlungsverfahren-gegen-sie/</link>
		<comments>http://www.trittbretttreter.de/2010/10/15/ermittlungsverfahren-gegen-sie/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 15 Oct 2010 01:21:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Trittbretttreter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Foobar]]></category>
		<category><![CDATA[Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Piraterie]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.trittbretttreter.de/?p=479</guid>
		<description><![CDATA[Hihihihihi, folgende Mail erreichte mich heute in einem meiner generell eher mit Spam beladenen Accounts: Guten Tag, in obiger Angelegenheit [Welche da wäre: "Ermittlungsverfahren gegen Sie"] zeigen wir die anwaltliche Vertretung und Interessenwahrung der Firma [Video Gedöns GmbH], [Adresse] an. Gegenstand unserer Beauftragung ist eine von Ihrem Internetanschluss aus im sogenannten Peer-to-Peer-Netzwerk begangene Urheberrechtsverletzung an [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hihihihihi, folgende Mail erreichte mich heute in einem meiner generell eher mit Spam beladenen Accounts:</p>
<blockquote><p>Guten Tag,</p>
<p>in obiger Angelegenheit [Welche da wäre: "Ermittlungsverfahren gegen Sie"] zeigen wir die anwaltliche Vertretung und Interessenwahrung der Firma [Video Gedöns GmbH], [Adresse] an.</p>
<p>Gegenstand unserer Beauftragung ist eine von Ihrem Internetanschluss aus im sogenannten Peer-to-Peer-Netzwerk begangene Urheberrechtsverletzung an Werken unseres Mandanten. Unser Mandant ist Inhaber der ausschliesslichen Nutzungs- und Verwertungsrechte im Sinne der §§ 15ff UrhG bzw. § 31 UrhG an diesen Werken, bei denen es sich um geschutzte Werke nach § 2 Abs 1 Nr. 1 UrhG handelt.</p>
<p>Durch das Herunterladen urherberrechtlich geschutzer Werke haben sie sich laut § 106 Abs 1 UrhG i.V. mit §§ 15,17,19 Abs. 2 pp UrhG nachweislich strafbar gemacht.<br />
Bei ihrem Internetanschluss sind mehrere Downloads von musikalischen Werken dokumentiert worden.</p>
<p>Aufgrund dieser Daten wurde bei der zustandigen Staatsanwaltschaft am Firmensitz unseres Mandanten Strafanzeige gegen Sie gestellt.</p>
<p>Aktenzeichen: [NNN] Js [NNN]/[NN] Sta [Ortsname]</p>
<p>Ihre IP Adresse zum Tatzeitpunkt: 84.190.31.155</p>
<p>Ihre E-Mail Adresse: [foobar@example.org]</p>
<p>Illegal heruntergeladene musikalische Stucke (mp3): 13</p>
<p>Illegal hochgeladene musikalische Stucke (mp3): 21</p>
<p>Wie Sie vielleicht schon aus den Medien mitbekommen haben, werden heutzutage Urheberrechtverletzungen erfolgreich vor Gerichten verteidigt, was in der Regel zu einer hohen Geldstrafe sowie Gerichtskosten fuhrt.<br />
Link: Urheberrecht: Magdeburger muss 3000 Euro Schadensersatz zahlen [Link entfernt]</p>
<p>Genau aus diesem Grund unterbreitet unsere Kanzlei ihnen nun folgendes Angebot:<br />
Um weiteren Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und anderen offiziellen Unannehmlichkeiten wie Hausdurchsuchungen, Gerichtsterminen aus dem Weg zu gehen, gestatten wir ihnen den Schadensersatzanspruch unseres Mandanten aussergerichtlich zu loesen.<br />
Wir bitten Sie deshalb den Schadensersatzanspruch von 100 Euro bis zum 18.10.2010 sicher und unkompliziert mit einer UKASH-Karte zu bezahlen. Eine Ukash ist die sicherste Bezahlmethode im Internet und fur Jedermann anonym an Tankstellen, Kiosken etc. zu erwerben.<br />
Weitere Informationen zum Ukash-Verfahren erhalten Sie unter: http://www.ukash.com/de<br />
Senden Sie uns den 19-stelligen Pin-Code der 100 Euro Ukash an folgende E-Mailadresse zahlung@[imitierte Domain eines echten Anwalts entfernt].info</p>
<p>Geben Sie bei Ihre Zahlung bitte ihr Aktenzeichen an!</p>
<p>Sollten sie diesen Bezahlvorgang ablehnen bzw. wir bis zur angesetzten Frist keinen 19- stelligen Ukash PIN-Code im Wert von 100 Euro erhalten haben, wird der Schadensersatzanspruch offiziell aufrecht erhalten und das Ermittlungsverfahren mit allen Konsequenzen wird eingeleitet. Sie erhalten dieses Schreiben daraufhin nochmals auf dem normalen Postweg.</p>
<p>Hochachtungsvoll,<br />
Rechtsanwalt [Foo Bar]</p></blockquote>
<p>Ich hoffe ja einfach mal, dass keiner von euch da draußen auf so einen offensichtlichen Schmarrn reinfällt.</p>
<p>Ein paar Anhaltspunkte:</p>
<ul>
<li>einem Anwalt, dem so viele Rechtschreibfehler unterlaufen, sollte man eh die Zulassung entziehen (ja, die Umlaute fehlen wirklich in der E-Mail, die ich empfangen habe)</li>
<li>die angegebene IP-Adresse gehört zu T-Online. Die Trefferchance steht damit natürlich echt gut. Ich habe diese konkrete Adresse aber in den vergangenen 13 Monaten nicht an meinen DSL-Anschluss zugewiesen gehabt (Ja: Genau wegen solcher Anschuldigungen führe ich eine sehr penible Liste meiner IP-Adressen.)</li>
<li>eine simple Google-Suche führt zu einer .de Domain, unter der ein Anwalt mit dem genannten Namen sich ausdrücklich von solchen Mails distanziert</li>
<li>zumindest in dem einen Fall, in dem ich eine Abmahnung wegen der Verletzung von Urheberrechten erhalten habe, wurde die Zahlung auf ein schnödes, normales Girokonto verlangt. Diese Ukash-Nummer ist ja so offensichtlich daneben, da muss man hoffentlich nichts weiter zu sagen</li>
<li>es wird ja nichtmal mit einem ordentlichen Streitwert gedroht. Das muss jetzt nicht wirklich was bedeuten, aber ein ordentlicher Abmahn-Anwalt wird ja wohl unter 25.000 Euro Streitwert gar nicht anfangen (und daraus dann X-Hundert Euro ableiten, die der Empfänger des  elektronischen Schriftstückes nun zahlen soll).</li>
<li>Achja&#8230; <em>welches Werk</em> soll ich eigentlicht getauscht haben? Das sollte ja nun schon in einem echten anwaltlichen Schrieb erwähnt werden&#8230;</li>
</ul>
<p>Also, falls irgendjemand von euch diesen oder ähnlichen Quatsch per E-Mail bekommt, ignoriert den Mist einfach. Wenn ihr euch nicht sicher seid, ob die Mail von einem echten Anwalt kommt (und entsprechend eine Reaktion erfordert), ist eine kurze Recherche im Netz meist schon ziemlich hilfreich.</p>
<p>Und im Zweifelsfall denke (hoffe) ich, dass ein seriöser Rechtsanwalt einem ganz leicht sagen kann, ob es sich um eine echte und &#8211; möglicherweise &#8211; berechtigte Forderung handelt oder um üble Abzocke.</p>
<p>Aber sagen wir so: Wenn es so offensichtlich gefaked ist wie in diesem Beispiel, kann man die E-Mail getrost ignorieren (oder darüber bloggen <img src='http://www.trittbretttreter.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  ).</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.trittbretttreter.de/2010/10/15/ermittlungsverfahren-gegen-sie/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>30.000 Euro für eine CD</title>
		<link>http://www.trittbretttreter.de/2010/07/10/30-000-euro-fur-eine-cd/</link>
		<comments>http://www.trittbretttreter.de/2010/07/10/30-000-euro-fur-eine-cd/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 10 Jul 2010 13:53:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Trittbretttreter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Piraterie]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.trittbretttreter.de/?p=439</guid>
		<description><![CDATA[Wir meckern ja alle über die steigenden oder jedenfalls nicht fallenden Preise für Musik. Wer nun bei MediaMarkt &#38; Co. zur Selbstbedienung übergeht und beim Diebstahl erwischt wird, muss mit einer Anzeige rechnen und kriegt sicherlich Hausverbot. Kein ganz kostengünstiges Vergnügen, aber Tat und Strafe passen irgendwie schon zusammen. Wer a) in den USA lebt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir meckern ja alle über die steigenden oder jedenfalls nicht fallenden Preise für Musik. Wer nun bei MediaMarkt &amp; Co. zur Selbstbedienung übergeht und beim Diebstahl erwischt wird, muss mit einer Anzeige rechnen und kriegt sicherlich Hausverbot. Kein ganz kostengünstiges Vergnügen, aber Tat und Strafe passen irgendwie schon zusammen.</p>
<p>Wer a) in den USA lebt und b) beim Filesharing von 30 Musikstücken erwischt wird und das dann auch noch zugibt, kann <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Gericht-senkt-Geldstrafe-gegen-Filesharer-Tenenbaum-1036156.html">am Ende eines langen Strafverfahrens</a> nun aufatmen: Die Strafe wurde von 675.000$ auf nur noch 67.500$ reduziert. Macht etwa 30.000$ für eine CD.</p>
<p>Würde das Mindeststrafmaß von 750$ pro Stück angesetzt, kämen immer noch 22.500$ zusammen.  Ich weiß ja nicht, wie&#8217;s euch geht, aber ich finde jede dieser Summen geradezu aberwitzig. Manchmal muss man halt echt sagen: Die Spinnen, die Amis.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.trittbretttreter.de/2010/07/10/30-000-euro-fur-eine-cd/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Digitaler Knast</title>
		<link>http://www.trittbretttreter.de/2010/03/22/digitaler-knast/</link>
		<comments>http://www.trittbretttreter.de/2010/03/22/digitaler-knast/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 22 Mar 2010 16:15:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Trittbretttreter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Foobar]]></category>
		<category><![CDATA[Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Piraterie]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.trittbretttreter.de/?p=356</guid>
		<description><![CDATA[Besonders komisch (in einem tragischen Sinn) fand ich diese beiden Artikel-Anreißer im heise-Newsticker, die tatsächlich nur von einer anderen Meldung getrennt werden: Britische Regierung plant Einspruchsrecht für Filesharer Internetnutzer, denen Copyright-Verletzungen vorgeworfen werden, sollen erst vom Internet getrennt werden können, wenn ihr Einspruch angehört wurde. Eine entsprechende Ergänzung des geplanten &#8220;Digital Economy Bill&#8221; plant laut [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Besonders komisch (in einem tragischen Sinn) fand ich diese beiden Artikel-Anreißer im <a href="http://www.heise.de/newsticker/classic/">heise-Newsticker</a>, die tatsächlich nur von einer anderen Meldung getrennt werden:</p>
<blockquote><p><a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Britische-Regierung-plant-Einspruchsrecht-fuer-Filesharer-960575.html">Britische Regierung plant Einspruchsrecht für Filesharer</a></p>
<p>Internetnutzer, denen Copyright-Verletzungen vorgeworfen werden, sollen erst vom Internet getrennt werden können, wenn ihr Einspruch angehört wurde. Eine entsprechende Ergänzung des geplanten &#8220;Digital Economy Bill&#8221; plant laut einem Zeitungsbericht die britische Regierung.</p></blockquote>
<p>Und fast direkt danach:</p>
<blockquote><p><a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Grossbritannien-will-in-der-Digitalwirtschaft-weltweit-fuehrend-werden-960493.html">Großbritannien will in der Digitalwirtschaft weltweit führend werden</a></p>
<p>Premierminister Gordon Brown hat in einer Rede die Bedeutung von sehr schnellen Breitband-Internetzugängen auf eine Stufe mit der Stromversorgung gestellt.</p></blockquote>
<p>Geht es nur mir so, oder sind die Briten dieser Tage ganz besonders schizophren?</p>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">﻿</div>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.trittbretttreter.de/2010/03/22/digitaler-knast/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Schuldfrage</title>
		<link>http://www.trittbretttreter.de/2010/01/09/schuldfrage/</link>
		<comments>http://www.trittbretttreter.de/2010/01/09/schuldfrage/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 09 Jan 2010 21:57:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Trittbretttreter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Foobar]]></category>
		<category><![CDATA[Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Piraterie]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.trittbretttreter.de/?p=267</guid>
		<description><![CDATA[Wer trägt eigentlich die Schuld (und die Verantwortung) beim unberechtigten Download aus dem Internet? Im Zweifelsfall der Anschlussinhaber. Das hat u.a. das Oberlandesgericht Köln kürzlich entschieden, nachzulesen etwa bei Internet-Law, im law blog und bei heise. Das nennt sich Haftung und bedeutet, dass nunmal irgendwer die Suppe auslöffeln muss. Der Anschlussinhaber müsste schon beweisen, dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer trägt eigentlich die Schuld (und die Verantwortung) beim unberechtigten Download aus dem Internet? Im Zweifelsfall der Anschlussinhaber. Das hat u.a. das Oberlandesgericht Köln kürzlich entschieden, nachzulesen etwa bei <a href="http://www.internet-law.de/2010/01/olg-koln-haftung-des-anschlussinhabers.html">Internet-Law</a>, im <a href="http://www.lawblog.de/index.php/archives/2010/01/08/olg-koln-familien-stasi-zum-schutz-der-musikindustrie/">law blog</a> und bei <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/OLG-Koeln-bekraeftigt-Haftung-von-DSL-Anschlussinhabern-899635.html">heise</a>. Das nennt sich Haftung und bedeutet, dass nunmal irgendwer die Suppe auslöffeln muss. Der Anschlussinhaber müsste schon beweisen, dass er alles Erdenkliche getan hat, um eine Rechtsverletzung  zu vermeiden, wenn er unbeschadet aus der Nummer rauskommen will.</p>
<p>Wer trägt eigentlich die Schuld (und die Verantwortung) , wenn ein Auto mit überhöhter Geschwindigkeit geblitzt wird? Im Zweifelsfall niemand. Das nennt sich <a href="http://www.radarfalle.de/recht/sonstiges/halterhaftung.php">Halterhaftung</a> und ist in Deutschland nicht vorgesehen. Bei Verkehrsverstößen muss nämlich der Fahrzeughalter gar nichts beweisen. Im Gegenteil muss dem tatsächlichen Rechtsverletzer (also dem Fahrer) nachgewiesen werden, dass er es auch wirklich war. Gelingt das nicht, kommt der Fahrzeughalter mit Verwaltungskosten davon, nur in krassen oder wiederholten Fällen muss er dann gegebenenfalls mal ein Fahrtenbuch führen.</p>
<p>Nun gibt es auch auf der Datenautobahn Unfälle, aber die haben selten mit zu hoher Geschwindigkeit zu tun und meines Wissens wurde dabei noch kein Mensch überfahren. Ich frage mich, wie lange es noch dauert, bis die Innen- und Verkehrsexperten fordern, deutsche Autobahnen dürften keine &#8220;rechtsfreien Räume&#8221; sein.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.trittbretttreter.de/2010/01/09/schuldfrage/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Mein Gott, Mann, das ist ja finsterste Steinzeit!</title>
		<link>http://www.trittbretttreter.de/2009/08/13/finsterste-steinzeit/</link>
		<comments>http://www.trittbretttreter.de/2009/08/13/finsterste-steinzeit/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 13 Aug 2009 02:38:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Trittbretttreter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Piraterie]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.trittbretttreter.de/?p=60</guid>
		<description><![CDATA[Filmstudios, Musiklabels und Urheberrechtsinhaber beklagen seit Jahren die ausufernden illegalen Downloads. Zigtausende Dateitauscher wurden für ihre ungesetzlichen Aktivitäten schon abgemahnt. In den gerade einmal zwei Verfahren, die in den USA tatsächlich vor Gericht verhandelt wurden, stehen einer Hausfrau und einem Stundenten Strafen von 1,9 Millionen bzw. 675.000 Dollar in Aussicht. Was haben die betroffenen Industriezweige [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Filmstudios, Musiklabels und Urheberrechtsinhaber beklagen seit Jahren die ausufernden illegalen Downloads. Zigtausende Dateitauscher wurden für ihre ungesetzlichen Aktivitäten schon abgemahnt. In den gerade einmal zwei Verfahren, die in den USA tatsächlich vor Gericht verhandelt wurden, stehen einer <a href="http://www.heise.de/ct/Millionenstrafe-im-US-Filesharing-Prozess--/news/meldung/140751">Hausfrau</a> und einem <a href="http://www.heise.de/newsticker/US-Filesharing-Prozess-Student-soll-675-000-US-zahlen--/meldung/142920">Stundenten</a> Strafen von 1,9 Millionen bzw. 675.000 Dollar in Aussicht. Was haben die betroffenen Industriezweige in den vergangenen 10 Jahren gemacht, damit ihre Angebote attraktiver sind als das Filesharing? Ziemlich viel in der Nase gebohrt, würde ich sagen.</p>
<p>2009 ist noch immer Steinzeit. Weltweiten DVD-Handel verhindern die Regionalcodes &#8211; US-DVDs lassen sich in europäischen Playern nicht abspielen und umgekehrt. Beim hochauflösenden Nachfolgeformat Blu-Ray ist es genau das gleiche.</p>
<p>Einfach mal eine DVD auf den Rechner kopieren, geht <span style="text-decoration: line-through;">nicht</span> ganz einfach, ist aber wohl immer noch verboten, obwohl der Kopierschutz <acronym title="Content Scrambling System">CSS</acronym> längst ausgehebelt ist. Der Kopierschutz der Blu-Ray hält da deutlich besser stand &#8211; und verbrät massenhaft klimakillenden Strom, denn der Datensalat muss im Rechner entschlüsselt, dekomprimiert, dekodiert und dann vor dem Weg in den Monitor wieder neu verschlüsselt werden, bevor im Monitor die finale Entschlüsselung die bunten Bildpunkte hervorzaubert.</p>
<p>Für diese Entmachtung darf der <span style="text-decoration: line-through;">Kunde</span> Konsumsklave teures Geld bezahlen &#8211; und darf vor allem erstmal lange warten. Schließlich sind die Kinos mit der exklusiven Erstausstrahlung der Filme dran, bei den Serien sind es die auftraggebenden TV-Sender. Danach kommt der Verleih-Markt, der auch nochmal eine ordentliche Schonfrist eingeräumt bekommt. Und dann, irgendwann, wenn in USA schon der Nachfolger läuft oder die nächste Staffel, dann dürfen wir in Deutschland vielleicht schon unser wohl verdientes Geld in die mit pompöser Werbung in den Markt gedrückten Scheiben investieren, deren Extras meistens so langweilig und schlecht sind, dass man besser drauf verzichtet hätte.</p>
<p>Ist die neue Scheibe schließlich im Player, kann es zum Glück endlich losgehen &#8211; nachdem die Logos jedes irgendwie an der Produktion beteiligten Studios ganz toll animiert abgespielt wurden und man umfangreich darüber unterrichtet wurde, dass es bei vorläufiger Todesstrafenandrohung verboten ist, die frisch erworbene DVD oder BluRay zu kopieren, öffentlich aufzuführen, mit Freunden zu teilen oder sonstwas zu machen, was irgendwelche Medienanwälte halt gerade illegal finden.</p>
<p>Immerhin muss der Unterhaltungsindustrie irgendwann in den Sinn gekommen sein, dass man solche digitalen Daten ja auch übers Internet in den Rechner kriegen kann. Aber natürlich nicht einfach so, nein nein, ein ordentlicher Kopierschutz muss schon sein. Also gab es Musik und gibt es Filme nur in ausgewählten Formaten, die garantiert unter so dubiosen Systemen wie diesem Linux nicht abgespielt werden konnten. Überhaupt ist es doch am besten, wenn der Player vor dem Abspielen nochmal kurz Kontakt mit dem Verkäufer aufnimmt und die Lizenz prüft. In kopierschutztechnischer Hinsicht durchaus nachvollziehbar. Blöderweise gehen auch die größten Firmen mal pleite, und dann ist meine schöne Filmsammlung nur noch kopiergeschützter Datenmüll.</p>
<p>Auch bei der Vielfalt des Angebots tun sich Abgründe auf. &#8220;The Great Escape&#8221;? Gibts vielleicht bei der Konkurrenz. &#8220;House&#8221; in <acronym title="High Definition">HD</acronym> bei Apple zum Download? Klar, nur die neueste <em>und die erste</em> Staffel fehlen. War wohl grad kein Platz mehr <span style="text-decoration: line-through;">im Regal</span> auf dem Server. Oder die Lizenz liegt bei einem Studio, mit dem der Händler keinen Vertrag hat. Sollte man als Kunde nicht so eng sehen. Ob man sich nicht stattdessen für einen der Top 100 der schlechtesten Blockbuster aller Zeiten begeistern kann? Die sind gerade im Angebot und kosten deswegen 20% weniger als der um 250% überteuerte Normalpreis.</p>
<p>Das ist in der Tat finsterste Steinzeit. Hätte es das heutige Angebot vor 10 Jahren gegeben &#8211; meine Prognose für das Jahr 2009 wäre verhalten optmistisch ausgefallen. Aber was man uns heute serviert, ist eine völlige und umfassende Katastrophe, das Armutszeugnis einer ewig gestrigen Industrie. Kulturflatrate? Bäh, Pfui, hinfort mit diesem Lästerkram! Bevor wir drüber nachdenken, ob man mit neuen Modellen Geld verdienen kann, sperren wir lieber jedem <span style="text-decoration: line-through;">ertappten</span> hinreichend verdächtigen Filesharer für ein Jahr den Internetzugang.</p>
<p><em>Für solche Produkte</em> und <em>unter diesen Bedingungen </em>soll ich ernsthaft Geld ausgeben?</p>
<h2>Die Alternative</h2>
<p>Die Alternative zu diesem Debakel? Filesharing. Das zeigt seit Jahren, wie es wesentlich komfortabler geht. Zunächst einmal sind die Dateien schnell verfügbar. Drei Wochen nach Kinostart? Pah! Zwei Tage <em>vor</em> dem Kinostart! TV-Folgen brauchen immerhin schon einen Tag, bis sie gut verfügbar sind &#8211; weltweit. Je aktueller der Download, desto besser die Datenübertragungsraten. Eine Folge Lost in 10 Minuten runtergeladen &#8211; schon erlebt. Dass alles von der lästigen Werbung befreit wurde, versteht sich von selbst. DVD-Intros und &#8220;Raubkopierer sind Wehrkraftzersetzer&#8221;-Hinweise gibt es in der wunderbaren Welt von Kazaa, eMule, Bittorrent und Co nicht. Achja, und die Kosten? 30 Euro pro Monat aufwärts, aber leider nicht für die Inhalteanbieter, sondern für die <acronym title="Internet Service Provider">ISPs</acronym>.</p>
<p>Glauben die Inhalteanbieter wirklich, sie könnten mit steinzeitlichen Geschäftsmodellen, rigidem Kopierschutz und umfassenden Klagekampagnen den Markt der illegalen Downloads in den Griff kriegen? Mein Beileid.</p>
<p>Dabei liegen doch die Nachteile der Tauschbörsen auf der Hand. Die Benennung der Dateien ist ein purer Graus. Ich will nicht wissen, wer die Folge Eureka mit welchem Tool in welcher Datenrate gerippt hat &#8211; ich will wissen, wie die verdammte Folge <em>heißt</em>. Schonmal in der Piratenbucht nach &#8220;House&#8221; gesucht? Teufel noch eins, die alten Folgen sind schwieriger zu finden als Medienkompetenz in der CDU. Die Downloadraten sind &#8211; bestenfalls &#8211; variabel. Alles, was aus der kurzfristigen Popularität rausgefallen ist, dümpelt mit ein paar jämmerlichen Kilobyte pro Sekunde vor sich hin, da hätte es fast ein ISDN-Anschluss getan. Und wo &#8220;24&#8243; draufsteht, muss nicht unbedingt &#8220;24&#8243; drin sein. Einige Medienunternehmen sollen schon selbst Fakes in die Tauschbörsen geflutet haben, um das Downloadvergnügen zu minimieren. Die permanente Gefahr einer teuren Abmahnung kommt dann als Krönung oben drauf.</p>
<h2>Wenn ich mir was wünschen dürfte</h2>
<p>Ein kleines Wunschkonzert gefällig? Kein Kopierschutz. Das ist die erste und wichtigste Bedingung. Den Medienbonzen dieser Welt muss man den Gedanken wohl mit dem Hammer in den Kopf pflanzen, weil sie es sonst nicht kapieren: <strong>Kein Kopierschutz!</strong> Ich gebe doch nicht ernsthaft Geld für eine zeitlich unbefristete Lizenz aus, wenn technische Maßnahmen genau das Gegenteil bewirken und ich nur hoffen kann, dass der Laden nicht den Bach runtergeht und die Internetverbindung nicht gerade dann gestört ist, wenn ich mich bis zum Staffelfinale vorgearbeitet habe.</p>
<p>Darf&#8217;s ein bisschen mehr sein? Jap. <span lang="en">I want it, and I want it now</span>. Sehen wir es realistisch: Das Modell, nach dem TV-Sender auf der ganzen Welt US-amerikanische Serien für die exklusive Ausstrahlung in ihrem Land einkaufen, ist nicht zukunftsfähig. Es gibt da dummerweise dieses Interdingensda und eine Duröhre, wo man schon heute vergleichsweise legal alle möglichen (und auch unmöglichen) Sachen anschauen kann. Ob RTL, SAT.1 und Co mit ihren atemberaubend schlechten Eigenproduktionen überlebensfähig sind, sei mal dahingestellt. Ob deren Untergang ein Verlust wäre, sei ebenfalls dahingestellt. Immerhin eine wichtige Aufgabe übernehmen sie, nämlich die Synchronisation. Ich kenne erstaunlich viele Leute, die nur die synchronisierten Fassungen schauen. Die sind natürlich festgenagelt und an die deutschen Sender gebunden. Der lukrative Markt der deutschen Erstausstrahlung ist also vielleicht doch nicht von der Vernichtung bedroht.</p>
<p>Aber selbst wenn das Lizenzgeschäft zu Grunde ginge: Den Film- und TV-Studios kann es doch egal sein, ob sie ihre Produktionen teuer an Studios auf der ganzen Welt weiterverkaufen, die sich durch die Werbung und damit letztlich durch die Konsumenten finanzieren &#8211; oder ob die Studios ihre Produkt einfach direkt an die Konsumenten verticken. Hauptsache, sie verdienen Geld. Und Geld verdienen sie lieber heute als morgen. Ob eine Produktion potential hat, interessiert schließlich nicht. Wer Star Trek nach drei Jahren absetzt, Firefly nach 13 Folgen, Farscape nach vier Staffeln und Futurama nach fünf, wer dafür die X-Akten ohne David Duchovny und ohne Chris Carter zu Tode reanimiert, der schert sich einen Dreck um Potential und Qualität &#8211; der kriegt die Taschen nicht schnell genug voll genug.</p>
<p>Also, Studiobosse, spannt die Lauscher  auf, denn diese Idee bringt euch pures Bargeld in die Taschen: Verkauft eure Produkte direkt an die Konsumenten. Und zwar weltweit. Ich würde zugreifen. Lost allerspätestens eine Woche nach der Erstausstrahlung im TV, das wäre mal ein Angebot. <acronym title="High Definition Television">HDTV</acronym> darf es übrigens ruhig sein, wenn ich noch einen Wunsch äußern darf. Die Downloadraten sollten bestimmte Minima nicht unterschreiten (500KB/s sollte ja wohl drin sein). Optionale Untertitel wären super. Achja. Ich will mich nicht in 25 verschiedenen Onlineshops anmelden oder beim Hersteller selbst &#8211; ich will den Kram aus einer einzigen Quelle beziehen. Die muss gut sortiert sein, übersichtlich noch dazu, eine fehlertolerante Suchfunktion ist natürlich pflicht.</p>
<p><em>Dafür</em> würde ich Geld ausgeben. Ernsthaft.</p>
<p>Wie wäre es mit einem abgestuften Preismodell? Je älter die Inhalte sind, desto günstiger werden sie. Wer auf HD verzichtet und mit kleinerer Auflösung vorlieb nimmt, kommt ebenfalls günstig davon.<br />
Der Premium-Download: Wenige Tage nach Erstausstrahlung, Full HD, bis zu 2MBit/s, Kosten: 5 Dollar pro Folge. Ich gehe jede Wette ein, dass allein Lost-Junkies die Downloadserver überlasten werden.<br />
Der Spar-Download, die virtuelle Economy-Class: Ein Monat nach Erstausstrahlung, normale Auflösung (HD kostet 50% extra), 500KB/s: 1,50 Dollar.<br />
Der Sammel-Download: Die komplette Staffel, frühestens eine Woche nach Erstausstrahlung der letzten Folge: 1 Dollar pro Folge.</p>
<p><em>Das</em> wäre ein Angebot.</p>
<p>Noch eine Nummer komfortabler: Nachdem die Studios auf der ganzen Welt ihre lokalisierte Fassung ausgestrahlt haben, machen sie die Folgen im selben Online-Shop verfügbar, wo bereits die Originale zu finden waren. Die Lizenznehmer werden an jedem Download der lokalisierten Fassung beteiligt &#8211; hey, da würden sogar RTL und SAT.1 drüber nachdenken, und als Kunde habe ich eine Anlaufstelle und nicht Dutzende oder Hunderte.</p>
<h2>Die Erkenntnis</h2>
<p>Wenn die Unterhaltungsindustrie den Finger aus dem Allerwertesten nimmt, die Kunden nicht mehr mit Hasstiraden und Klagekampagnen überzieht und ein Geschäftsmodell für das 21. Jahrhundert entwickelt, dann wird sich das Problem der Tauschbörsen von allein erledigen. Aussterben werden die nicht, dafür ist das kostenlose Angebot zu verlockend und das Gefühl, wenigstens einmal ein moderner Pirat zu sein, vielleicht auch ein wenig zu berauschend. Aber der Umfang wird massiv abnehmen, sobald die legalen Angbote die bessere Alternative sind. Und wenn wir am Ende auch noch die Kulturflatrate einführen, dann kann wirklich niemand mehr klagen.</p>
<p>Bis dahin allerdings, geehrte Unterhaltungsindustrie mit deinen ganzen Interessenverbänden, Anwälten und Hohlköpfen, ist weiter arschlecken angesagt.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.trittbretttreter.de/2009/08/13/finsterste-steinzeit/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

